Sonnenaufgang in DubaiIn Dubai – der Stadt am Eingang zur Straße von Hormuz – ist Boom. Bauboom! Alles, was ein menschlicher Verstand sich an Unmöglichem oder Kreativem auszudenken vermag, wird in der neuen Metropole am Creek zurzeit geplant, errichtet, aufgeschüttet und finanziert. Ein Pro-Kopf-Einkommen von rund 24.000 $ und zugereister Wohlstand aus aller Welt garantieren Nachfrage.
Aber: Offenbar ist doch nicht alles, was im erhitzten Sand des Unmöglichen machbar scheint, für die aus aller Herren Länder eingereisten und bauarbeitenden Ausländer im Bau auch darstellbar. So ist, kaum das Gebäude stehen und von nationalen wie internationalen Anmietern bezogen wurden, nicht selten die ein oder andere Frage offen, wenn es darum geht, spezielle Lösungen für besondere Wünsche im und um den Bau zu kreieren. Einer dieser uns eher besonders anmutenden Wünsche lag dem Vizepräsidenten, zugleich Premierminister und Herrscher des Emirates am Golf, Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, am
wohlhabenden Herzen. Sein Konterfei ziert unter dem Sinnspruch
„Tribut an eine herausragende Vision” eine Sonderedition landesüblicher
Postwertzeichen – eine majestätische Briefmarke also.
Majestätisch auch die Promotion dieser handlich kleinen Marke. Sie sollte auf ein
Banner von 110 Metern Länge gedruckt die Fassade des World Trade Centre Dubai bereichern.
17.000 Quadratmeter Stoff – das hatte auch der nicht an einem Übermaß an
Bescheidenheit leidende Mittlere Osten noch nicht gesehen. Allein die Frage blieb
offen, wer kann das und wie geht das. Mit dem Kontakt des Riesenposter-Anbieters
BlowUp zur lokalen Concept Group war der Anfang gemacht.
Mit Röhren und Rohren von Köln nach Dubai
Ausgeführt haben wir die Aktion in bester Christoscher Manier. Durch die hohen
Anforderungen und Wünsche unserer Kunden hat unser Industriekletter-Team die zum Teil
sehr speziellen Fähigkeiten rund um die Services, die zur Errichtung und Unterhaltung
eines Gebäudes notwendig sind, schon oft erprobt. In Dubai haben wir diese erneut
professionell und erstmals unter höchst kritischem und internationalem Blick unter
Beweis gestellt. Zur Umsetzung ungewöhnlicher Wünsche gehörte in der Vergangenheit
bereits ein Sonderkonstrukt, wie das Gerüst zum Bau und Renovierung der Weltkugel des
Künstlers H.A.Schult zu unserem Repertoire.
Zurück nach Dubai
Nach sorgfältiger Planung und unter ungewöhnlich hohem Zeitdruck der Auftraggeber
aus Dubai wurden für die Aktion am World Trade Centre Dubai Gitterträger, 10.000
Kabelbinder, rund 30 Kilometer Seil und weitere Spezial-Ausrüstung mit einem Gewicht
von über 12 Tonnen in den Frachtraum einer Boeing 777 der Emirates-Airlines verstaut
und von Düsseldorf nach Dubai expediert. Das allerdings stellte sich als der eher
triviale Part der Herausforderung dar. Viel spannender waren schon eher solche Fragen,
wie man eine 110 Meter lange und über 500 Kilogramm schwere Stoffbahn an so
exponierter Lage montiert, ohne Schrauben, Dübel oder Ösen am Gebäude zu befestigen.
Dazu wurde um das gesamte Hochhaus ein Netz aus Seilen verspannt, an dem wiederum die
16 riesigen Stoffbahnen befestigt wurden. Trotz widriger Wetterbedingungen –
während der Montagezeit fegten die Überreste des vietnamesischen Taifuns „Durian”
über das Emirat am Golf hinweg – gelang es uns, die Verhüllung des World Trade
Centres mit dem Konterfei des Herrschers zum 35. Nationalfeiertag Dubais pünktlich fertig
zu stellen.
Der bereits bei Montagebeginn hohe Zeitdruck setzte sich bei der Demontage fort.
Während unserem Team noch 10 Tage für den Aufbau zugestanden wurden, musste die
Enthüllung in nur vier Tagen bewerkstelligt werden. Diese Leistung hätten wir ohne
den hohen Einsatz und die Qualifikation des gesamten Teams nicht erbringen können ... |